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Anmerkungen zu Sicherheit und Qualität von Effektmitteln

 

Capt. Dipl-Ing T. Krieg, Sea-Med-Care, Basic Safety Training Instructor, Hamburg

 

 

44 Jahre ungefährlicher SAFEX®-THEATERNEBEL

Aktuell:

Die europäische Chemikalienagentur ECHA hat den Antrag  der BAuA auf Einstufung des Nebelinhaltsstoffs PG als reizend abgelehnt.
RAC (Committee for Risk ASSESMENT) did not agree to the proposal by Germany to classify the substance as respiratory irritant. - (STOT SE 3; H335).
Damit ist diese unsinnige Angelegenheit hoffentlich endgültig erledigt.

SAFEX® NEBELFLUIDE wurden in der Entwicklungsphase (1973) sowie in den neunziger Jahren, nachdem ein unberechtigter Verdacht hinsichlich Schadwirkung in Fachkreisen kommuniziert worden war, noch einmal arbeitsmedizinisch, toxikologischen und sicherheitstechnisch untersucht (siehe SAFEX®-Unbedenklichkeitserklärung). Nach nun 44 Jahren Erfahrung mit dem Produkt und eine mindestens jährlichen Überprüfung der sicherheitstechnischen Daten in internationalen Datenbanken und Rechtsvorschriften der EU gibt es keinen Anlass, von der ursprünglichen sicherheitstechnischen Beurteilung auch nur im Geringsten abzuweichen.

Auch die im April 2016 von der deutschen BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) unternommene Anstrengung, einen Bestandteil von Nebelfluiden (PG) auf europäischer Ebene als reizend einstufen zu lassen, hatte keinen Erfolg. SAFEX® und andere Fachleute reichten Ablehnungsanträge an die zuständige, europäische Behörde (ECHA) ein, mit dem Ergebnis, dass diese den deutschen Antrag kurz und bündig als »unbegründet« einstufte.

Der Antrag war mit dem Hintergrund, dass der Wirkstoff PG auch in Verdampfungsfluiden für E-Zigaretten enthalten ist, gestellt worden, welche verschiedene Bundesbehörden als »bekämpfenswert« einstufen.

Ganz im Gegenteil, SAFEX® sieht die Tatsache, dass das Produkt sich sicherheitstechnisch nicht nur bewährt, sondern auch heute noch genauso eingestuft wird wie zur Entwicklungszeit, als einen starken Beweis dafür, dass die ursprüngliche Entwicklung aufgrund der Systemgestaltung und sorgfältigen Stoffauswahl ein über Jahrzehnte sicheres Produkt ergeben hat.

Bedauerlicherweise finden sich Seit Jahren immer noch, selbst in vergleichsweise seriösen Internetportalen wie Wikipedia, unwissenschaftliche, laienhaft unsinnige Behauptungen zu Theaternebel bzw. Nebelfluid:

So findet sich unter den Suchbegriffen „Nebelmaschine“ und „NEBEFLUID“ z. B.:

Enthält das Nebelfluid Glycerin, sollte es nicht auf 200 °C und mehr erhitzt werden, da es dann zu dem krebserregenden Stoff Acrolein reagieren kann. Zertifizierte Nebelmaschinen verfügen daher über eine automatische Temperaturregelung, welche die übermäßige Bildung von Acrolein verhindern soll. Nebel mit Glykolen ist gesundheitlich unbedenklich, solange er nicht die normale Atemluft komplett ersetzt (Einatmen direkt aus der Nebelmaschine).

Richtig ist, dass sich alle organischen Stoffe mit ansteigender Temperatur zersetzen (thermische Degradation). Eine solcher, auch Pyrolyse genannter Abbau findet jedoch, abhängig von den Prozessbedingungen in unterschiedlichen Temperaturbereichen statt. So können verschiedene Parameter und Stabilisatoren die Zersetzung verhindern, andere Stoffe (z. B. Katalysatoren) die Zersetzung dagegen fördern.

Dass SAFEX® Nebelfluide (auch mit dem genannten Stoff) bei höheren Temperaturen als 200 °C ohne Gefahr verdampft werden können bzw. müssen, beweist die tägliche Praxis, denn praktisch alle Nebelfluid-Wirkstoffe benötigen Geräte mit Prozesstemperaturen > 200 °C, weil sie darunter gar nicht richtig verdampfen.

Auch „zertifizierte Nebelmaschinen“ gibt es nicht, denn es gibt keine Zertifizierungsstelle, die Nebelgeräte „amtlich“ prüft. Nebelgeräte unterliegen zunächst dem Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und der EU-Richtlinie 2001/95/EG, welche bestimmen, dass keine Gefahr von Erzeugnissen aus gehen darf. Sie unterliegen, je nach Bauart, auch der Maschinenverordnung (9. ProdSV) und der EU-Richtlinie 2006/42/EG und müssen dann CE-Konform sein (CE-Zeichen). In Deutschland gilt ergänzend noch die DIN 57700-245, deren Einhaltung Konformität vermuten lässt.

Insofern hat jeder Hersteller die Pflicht, in eigener Verantwortung zu prüfen, ob eine Freisetzung gefährlicher Stoffe der zuvor genannten Art stattfindet und dadurch die Verbraucher gefährdet werden. SAFEX® prüft seit Jahrzehnten seine Geräte nicht nur in dieser Hinsicht, auch die Untersuchungen unabhängiger Stellen hat schon vor 30 Jahren ergeben, das Acrolein und ähnlich problematische Alkanale bei regelgerechtem Betrieb der Geräte nicht freigesetzt werden.

Ein Hersteller kann Geräte, wie fast alle anderen Erzeugnisse auch einer freiwilligen Prüfung durch externe Stellen (TÜV etc.) z. B. zur Erlangung des GS-Zeichens unterziehen lassen.

Nebelgeräte verfügen zwangsläufig über eine »automatische« Temperaturregelung (Temperaturbegrenzer), primär zum Schutz vor Selbstzerstörung der Heizelemente und Wärmetauscher und nicht, wie naiv behauptet, um eine »übermäßige« Bildung von Acrolein zu verhindern. Diese Stoff darf weder in mäßigen noch übermäßigen Anteilen im Nebel enthalten sein, die Grenzwerte sind mittlerweile sehr niedrig.

Theaternebel kann die normale Atemluft auch nicht ersetzen, weder komplett noch inkomplett, ein sogenanntes »Einatmen« direkt aus der Maschine ist praxisfremder Unfug.

 

 

 

 

 
Kann man Sicherheit übertreiben?
Antwort: ein klares und eindeutiges „Jein“.

SAFEX® wird gelegentlich vorgehalten, dass der hohe Sicherheitsanspruch der SAFEX®-Produkte diese unnötig verteuert, mit anderen Worten: SAFEX® übertreibt es mit Sicherheit.

Grundsätzlich kann man natürlich Sicherheit übertreiben, so wäre es weder praktikabel noch sicherheits- technisch sinnvoll, würde man beim Aufenthalt außerhalb von Gebäuden permanent einen Schutzhelm tragen, um sich z. B. vor herabfallenden Teilen von Flugzeugen, kleinen Meteoritenstückchen etc. zu schützen. Das Risiko, auf derartige Weise verletzt zu werden ist extrem klein, das dauerhafte Tragen eines Schutzhelms ist nicht nur unkomfortabel sondern birgt auch eigene, neue Risiken.

Im Bereich der technischen Sicherheit sollte das jedoch etwas anders gesehen werden. Auch vergleichs- weise seltene Risiken können, wenn der Schadensfall eintritt, für einen Gewerbetreibenden u. U. den wirtschaftlichen Ruin darstellen.

Insofern ist es gerade für verantwortliche Mitarbeiter von Behörden und Unternehmen von Bedeutung, wie weit sie Sicherheit »sicherstellen« wollen. „Wer nichts hat, kann auch nichts verlieren“, dies ist die unausgesprochene Haltung mancher kleiner Unternehmer oder Selbständigen, deshalb findet sich in diesem Bereich häufig auch vorschriftswidriges Handeln. Wenn aber ein Unfall stattfindet und die ermittelnden Behörden feststellen, dass ggf. grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt wurde, kann das zu sehr ernsten, auch persönlichen Konsequenzen für den Unternehmer, aber auch die leitenden Angestellten führen.

Verschiedene Unfälle der letzten Jahre im Showbereich haben gezeigt, dass auch weniger wahrscheinliche Risiken immer wieder einmal auftreten und bei bestimmten Konstellationen zu Katastrophen führen. So sind mehrere Diskotheken in verschiedenen Ländern abgebrannt, weil eine leichtsinnige Kombination aus ungeeigneter Dekoration und Pyrotechnik riskiert wurde.

Aktuell zeigt ein Unglück in einem Freizeitpark in Taiwan, bei dem 500 Menschen zum Teil äußerst schwer verletzt wurden, dass selbst das Versprühen von Farbpulver, hergestellt aus ungeeigneten Rohstoffen, unerwartet zur Katastrophe führt. Es passierte, obwohl dieses Farbpulver-Versprühen (Holi-Gulal-Pulver) seit Jahrzehnten geübte und unfallfreie Praxis bei verschiedenen Festivitäten in Fernost ist.

Das Beispiel zeigt traurigerweise, dass manche Vorgänge über Jahrzehnte unfallfrei durchgeführt werden können, ohne das ein Schaden eintritt. Das Zerstäuben von organischen und damit brennbarem Pulver war aber grundsätzlich schon immer ein potentielles Risiko, zumindest in der Nähe einer Zündquelle. Man sieht, das der »Teufel im Detail« steckt und man nur dann nicht mit schlimmen Folgen rechnen muss, wenn man sich vorher technisch sorgfältig überlegt hat, was man einsetzt und verwendet.

 

 

 

 

 

 

 

CLP- bzw. GHS-Kennzeichnung pyrotechnischer Gegenstände.

Seit Mitte des Jahres 2015 ist es Pflicht, alle neu in den Handel gebrachten pyrotechnische Erzeugnisse nach den Vorschriften der CLP-Verordnung mit den GHS-Symbolen etc. zu kennzeichnen.

Auf der einen Seite sind diese neuen Symbole, die Sie jetzt überall auf Produkten mit Gefahrstoffen sehen, weltweit gleich, sodass nun auch international Einheitlichkeit besteht, auf der anderen Seite müssen viele Produkte anders als früher gekennzeichnet werden, was zu mancher Verwirrung führt.

Pyrotechnische Erzeugnisse müssen jetzt mit dem Symbol „explodierende Bombe“ gekennzeichnet werden, was früher nur für sehr gefährliche Gegenstände, insbesondere Großfeuerwerkskörper und Explosivstoffe vorgeschrieben war.

Auch nach Rücksprache mit zuständigen Behörden muss ein solches Symbol selbst auf die kleinsten und vergleichsweise gering gefährlichen Gegenstände bzw. ihre Verpackung aufgebracht werden. Ob das für Bengal-Streichhölzchen, Wunderkerzen oder kleine pyrotechnische Scherzartikel Sinn macht, ist zumindest diskussionswürdig.

Aus Sicht von SAFEX® noch unangemessener ist die Verpflichtung, den Warnhinweis »Gefahr durch Feuer oder Splitter, Spreng- oder Wurfstücke« auf derartige Gegenstände anzubringen. Auch den Verbraucher darauf hinzuweisen, dass er bei einem »Brand die Umgebung zu räumen hat«, erscheint insbesondere bei einer Schachtel Goldregen oder pyrotechnischer Schlangenhütchen eher grotesk denn hilfreich.

Bedenkt man, dass auf der äußeren Transportverpackung im Gegensatz zur Gegenstandskennzeichnung noch die bisher gültigen Gefahrenzettel angebracht werden müssen, wird es endgültig völlig verwirrend: Sie werden so zukünftig von uns u. a. kleine Zimmerfontänen, gekennzeichnet mit dem Bombensymbol erhalten, auf der Versandverpackung wird sich jedoch nur der orangenfarbige Gefahrenzettel mit der „erhellenden“ Aufschrift 1.4 S befinden.

In der Bemühung alles besser machen zu wollen, scheinen bekanntermaßen diese von der EU bzw. der europäischen Chemikalienbehörde Echa ausgehenden Forderungen mehr gut gemeint als wirklich hilfreich zu sein. Eine Übertreibung von Gefahren ist genauso nachteilig wie eine mangelnde Warnung davor. Schlussendlich werden solche Symbole und Gefahrenhinweise vom Verbraucher nicht mehr ernst genommen, wenn sie ständig auf bekanntermaßen gering gefährlichen Gegenständen zu finden sind und das ist sicherheitsphilosophisch nicht nur kontraproduktiv, sondern eigentlich eine Katastrophe!

Lassen Sie sich insofern nicht von diesen Dingen verwirren, SAFEX®-Erzeugnisse sind nicht gefährlicher geworden, weil jetzt andere Symbole aufgebracht werden müssen. SAFEX® ist ….mit Sicherheit besser!

 

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